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Foto einer Jugendstil Lorgnette um 1900


Lorgnette (Lorgnon) oder Stielbrille aus Metall, Griff aus Perlmutt, Federmechanismus, mit Originaletui und Ring, der zur Befestigung an einer Chatelaine oder Halskette diente. Ein Relikt aus der Ära der Belle Époque. Solche Lorgnetten waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert das modische Accessoire der Dame von Welt, besonders für die Oper oder zum Lesen kleiner Karten, ohne eine feste Brille tragen zu müssen. Die Verwendung von Perlmutt und die feine Mechanik deuten auf ein hochwertiges Optiker-Erzeugnis hin. Im Gegensatz zum Monokel oder zum Kneifer (Pince-Nez) war die Lorgnette ein Statussymbol, das Eleganz und Distanz ausstrahlte. Die Mechanik dieser sehr gut erhaltenen Lesehilfe befindet sich noch im Originalzustand, nur das Originaletui wurde mit wenigen Nadelstichen gefestigt.
Die Lorgnette lässt sich nur schließen, wenn zuerst am linken Scharnier (1) das Glas in die kleine Rille des Steges eingerollt wird und anschließend der Steg mit dem Glas am rechten Scharnier (2) eingedreht wird, bis es am Zargen des Stils einrastet.
Digitalisierung: Peter Engelhardt

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