Vergangene Wirklichkeiten

Digitalisierte Postkarten: 1914 - 1918

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Herlies Nordfrankreich – Straßenbild 1916


Historische Ansichtskarte, die eine zerstörte Straße in Herlies (Nordfrankreich) mit deutschen Soldaten zeigt.

Der Pionier Anton Fink von der Etappen-Lazarett-Kraftfahrzeug-Abteilung 6., Etappen-Inspektion 6 sandte am 20. 3. 1916 mit dieser Karte "Grüße aus dem fernen Westen" nach München.

Postkarte

TITEL: Herlies Nordfrankreich – Straßenbild 1916
FOTOGRAF: Verlag Thren u. Ost
ORT: Herlies, Frankreich
DATIERUNG: 20. März 1916
TECHNIK: Photopostkarte
ZUSTAND:
Altersbedingt befriedigender Zustand, gelaufen

Historischer Hintergrund

Die Etappen-Kraftfahrzeug-Abteilungen waren im Ersten Weltkrieg für den motorisierten Nachschub, den Truppentransport und eben auch den Verwundetentransport (Zubringer zu den Etappenlazaretten) zuständig. Da Lastkraftwagen und Sanitätskraftwagen damals noch neu und technisch anspruchsvoll waren, wurden oft Pioniere oder technisches Personal wegen ihrer Fachkenntnisse (Motoren, Transport) diesen Einheiten zugeteilt.

Die erwähnte Etap. - Inspektion 6 war die übergeordnete Einheit der Abteilung 6. Im Stellungskrieg waren die Armeen in Etappen-Inspektionen unterteilt, die den gesamten Nachschub, die Verwaltung, die Instandsetzung und eben auch die Lazarette eines bestimmten Armeeabschnitts koordinierten und verwalteten. Die "6" korrespondiert hierbei mit der Nummer des Armeekorps oder der Armee-Etappe.

Die Karte zeigt ein typisches zerstörtes Straßenzugmotiv aus dem besetzten Nordfrankreich, genauer gesagt aus Herlies (einem Ort im Département Nord, unweit von Lille und La Bassée, der während des Ersten Weltkriegs heftig umkämpft war und jahrelang im deutschen Hinterland bzw. Frontgebiet lag).
Solche Karten wurden von Soldaten gerne als Ansichtskarte („Grüße aus...“) nach Hause geschickt, um den Daheimgebliebenen die Realität des Kriegsschauplatzes zu zeigen.
Herlies liegt unweit von Lille – genau in dem Gebiet, in dem die Logistik, der Nachschub und die Etappeneinheiten der deutschen Armeen (wie die von Anton Fink erwähnte Etappen-Inspektion 6) massiv gefordert waren.
Dass er diese zerstörte Kulisse gewählt hat, um Grüße in die Heimat zu schicken, zeigt, wie nah der Alltag der Soldaten an der Westfront an diesen Ruinenlandschaften war.

Historische Expertise: KI Gemini

Digitalisierung: Peter Engelhardt

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