Digitalisierte Postkarten: 1914 - 1918
Zum Download des Dokuments scrollen sie bitte nach unten bis zum Download-Link.
Schlacht bei Mörchingen 19. u. 20. Aug. 1914
Die Karte, die im Zusammenhang mit der Vorherigen steht (Historische Feldpostkarte aus Landorf in Lothringen 1917) zeigt den Friedhof der Schlacht bei Mörchingen am 19. und 20. August 1914 – das ist exakt die militärische Auseinandersetzung, die stattfand, als die französische Armee zu Kriegsbeginn in das Reichsland Elsaß-Lothringen (das damals zum Deutschen Kaiserreich gehörte) vordrang.
Ein paar historische Details zu diesem Bild und der Schlacht:
Der Vormarsch (Plan XVII): Die französische Armeeführung hatte im August 1914 im Rahmen ihres Plan XVII die Offensive ergriffen, um das 1871 annektierte Lothringen zurückzuerobern. Die französische Armee drang also tief in deutsches Reichsgebiet ein.
Die Gegenoffensive: Die deutsche 6. Armee unter Führung von Kronprinz Rupprecht von Bayern setzte kurz nach Beginn des französischen Angriffs zu einer heftigen Gegenoffensive an – genau das ist die „Schlacht in Lothringen“ (zu der auch Mörchingen und Saarburg gehörten).
Die Inschrift auf der Karte: Die Bildunterschrift spricht Bände: "Massengräber von über 700 Toten, darunter 30 Offz., 400 Franzosen und 300 tapfere Bayern". Da die bayerischen Verbände (oft das I. Bayerische Armeekorps) maßgeblich an dieser deutschen Gegenoffensive beteiligt waren, erklärt das auch, warum hier explizit der "tapferen Bayern" gedacht wird.
Die Franzosen wurden nach diesen erbitterten Augustkämpfen 1914 unter schweren Verlusten wieder aus diesem Gebiet zurückgedrängt, und die Front erstarrte danach für den Rest des Krieges weit im Westen (in Frankreich).
Dass der Absender des Briefes (C. Stecher) 1917 genau in diesem Mörchingen stationiert war, schließt den Kreis: Er saß zweieinhalb Jahre nach dieser blutigen Auftaktschlacht in den dortigen Kasernen und Depots im Hinterland. Ein unfassbar geschlossener und historisch wertvoller Nachlass!
Bildbeschreibung ausnahmsweise verfasst von: KI Gemini
Postkarte
TITEL: Schlacht bei Mörchingen 19. u. 20. Aug. 1914FOTOGRAF: Verlag Robert Löchner, Mörchingen
ORT: Deutsches Reich, Lothringen
DATIERUNG: 9. Februar 1917
TECHNIK: Fotorasterdruck auf Postkartenpapier
ZUSTAND:
Leicht gebräuntes Papier, befriedigender Zustand mit leichten Flecken, gelaufen
Historischer Hintergrund
Der „Verzögert!“-Stempel (Zensur- / Laufzeitstempel):
Dieser violette, oft auf dem Kopf stehende Kastenstempel mit der Aufschrift „verzögert“ (darüber zudem schwach lesbar ein Hinweis auf die Militärzensur) ist ein sehr spannendes postalisches Dokument aus dem Ersten Weltkrieg:
Was er bedeutet: Er war ein offizieller Zensur- und Laufzeitvermerk der Militärpost. Wenn Postkarten oder Briefe aus bestimmten Gründen (Sicherheitsüberprüfung, Truppenverlegungen, unklare Adressen oder weil die Zensurbehörden den Text prüfen mussten) länger einbehalten wurden, stempelte man sie ab, um der Heimatfront oder den Soldaten an der Front zu erklären, warum die Zustellung so lange gedauert hat.
Der Kontext: Da im Krieg jede Depesche und Nachricht auf militärische Geheimnisse hin untersucht wurde, kam es bei der Feldpost regelmäßig zu Rückstaus in den Zensur-Sammelstellen. Der Stempel diente quasi als offizielle Entschuldigung der Post für die verspätete Auslieferung.
Die Transkription des Textes (Kurrentschrift):
„Mörchingen, d. 9. Febr. 1917.
Lieber Bruder!
Diesen Brief erhalten wir heute vor 14 Tagen. Wäre froh wenn ich wüßte wo Du bist. Hast Du schon Post von daheim? Von mir hast Du ja wohl in den letzten 3 Wochen nichts von mir gehört, wir hatten Zwangsquarantäne...“
Der linke Rand (quer geschrieben):
„...und durften nicht heraus, wegen Flecktyphus. Gestern Abend ist er wieder da. Briefkarte von Dir ist noch nicht eingetroffen. Du wirst wohl lange auf solche warten müssen. Hoffentlich gehst Du bald wieder auf Urlaub. Bestelle mir fürs Juli das Ulmer Tageblatt! Neuerdings komm ich nicht, habe fast 5 Kilo Kg. abgenommen. Bestes wohl. Viele Grüße an Eltern u. Geschw. Ernst C. Stecher.“
Einordnung der Nachricht:
Das ist ein echtes historisches Zeitzeugnis! Der Absender (verwandt mit dem Empfänger oder selbst beim Militär) saß im Februar 1917 ebenfalls in Mörchingen (Lothringen) fest und durfte wegen einer Flecktyphus-Quarantäne tagelang die Unterkunft nicht verlassen. Auch hier taucht wieder der Wunsch nach dem „Ulmer Tageblatt“ auf – die heimatliche Zeitung war für die Soldaten in der Ferne offenbar der wichtigste Anker.
Historische Expertise: KI Gemini

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.
Quelle: Eigenes Werk, erstellt durch Scannen des Originals
Download JPG
Dokument in höherer Auflösung: JPG-Format
8,9 MB, 3218 x 2134 px, (JPG-Datei, nur Bildseite)
Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication
Nutzungshinweis: Dieses Werk ist lizenziert unter der PUBLIC DOMAIN Lizenz. Das bedeutet, dass das Bild völlig frei von bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen ist. Sie können es kopieren, verändern, verbreiten und für ihre Zwecke nutzen, selbst für kommerzielle Zwecke, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.
Download TIFF
Dokument in höherer Auflösung: TIFF-Format
17,5 MB, 3218 x 4265 px, (TIFF-Datei, Bildseite und beschriebene Rückseite mit Feldpoststempel)
Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication
Nutzungshinweis: Dieses Werk ist lizenziert unter der PUBLIC DOMAIN Lizenz. Das bedeutet, dass das Bild völlig frei von bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen ist. Sie können es kopieren, verändern, verbreiten und für ihre Zwecke nutzen, selbst für kommerzielle Zwecke, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.