Kabinett der vergangenen Wirklichkeiten

Digitalisierte Postkarten: 1914 - 1918

Zum Download des Dokuments scrollen sie bitte nach unten bis zum Download-Link.

Propagandapostkarte 1916 „Französische Artillerie auf der Flucht“


Propagandapostkarte mit Schwarzweiß-Zeichnung fliehender französicher Artilleristen.

Propagandapostkarte mit Beschriftung: „Französische Artillerie auf der Flucht vor stürmender deutscher Infanterie.“
Diese zu der Zeit bereits lächerlich wirkende Szene der vom Verlag August Stukenbrok, Einbeck (gleichzeitig „Grösstes Fahrradhaus Deutschlands“) verlegten Karte stellt Kampfhandlungen zur Zeit des Krieges 1870/71 dar, erkennbar an der preußischen Fahne, die einer der Soldaten schwingt. Nichtsdestotrotz kam es zwar selten, aber dennoch hin und wieder auch noch im aktuellen Krieg vor, dass Artilleriestellungen sich chancenlos und unerwartet einem feindlichen Infanterieangriff ausgesetzt sahen.
Dies ist bereits die dritte Karte nach Unterschwarzach im Feldpostkarten-Kabinett.

Postkarte

TITEL: Propagandapostkarte 1916 „Französische Artillerie auf der Flucht“
URHEBER / HERAUSGEBER: Verlag August Stukenbrok, Einbeck
ORT: Deutsches Reich
DATIERUNG: 28. Juni 1916
TECHNIK: Offsetdruck / Steindruck
ZUSTAND:
Guter Zustand mit kleinem Fleck, gelaufen

Historischer Hintergrund

Wenn Infanteristen nach tagelangem, oft zermürbendem Artilleriefeuer ("Trommelfeuer"), bei dem sie völlig deckungslos in Schützengräben festsaßen und Kameraden durch Granatsplitter zerfetzt wurden, endlich in eine feindliche Stellung oder zu einer Geschützbettung vordrangen, entlud sich der aufgestaute Hass und die pure Existenzangst oft in extremer Härte. Dafür gab es typische Muster und dokumentierte Dynamiken:

Der psychologische Ausnahmezustand ("Granatenschock" und Adrenalin): Infanteristen, die den Sturmangriff überlebt hatten, standen unter massivem Adrenalin. Wenn sie dann auf die Bedienungsmannschaften der Artillerie trafen – die im Moment des Sturms oft noch versuchten, panisch zu schießen oder sich zu verteidigen –, kam es häufig zu spontanen Erschießungen an Ort und Stelle. Gefangennahmen funktionierten in solchen direkten Nahkampfmomenten oft erst, wenn das erste Adrenalin abgelaufen war oder Offiziere eingriffen.

Das ungeschriebene Gesetz der Front: Obwohl es die Haager Landkriegsordnung gab, herrschte an den Brennpunkten der Materialschlachten (wie Verdun oder an der Somme) in den Momenten des Sturms oft eine erbarmungslose Eigendynamik. Einheiten, die besonders schwere Verluste erlitten hatten, zeigten gefangenen Artilleristen oder Minenwerfer-Besatzungen gegenüber selten Gnade.

Propaganda vs. Realität: Genau deshalb waren Darstellungen wie auf Ihrer Postkarte so beliebt. Sie spiegelten zwar den Wunschtraum wider, die "unsichtbare" Bedrohung aus der Ferne endlich im direkten Infanteriekampf zu stellen und zu besiegen, verschwiegen aber geflissentlich die blutige und oft unbarmherzige Realität, die ein solcher Zusammenbruch der Artillerie im Grabenkrieg begleitete.

Historische Expertise: KI Gemini

Digitalisierung: Peter Engelhardt

Public Domain
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Quelle: Eigenes Werk, erstellt durch scannen des Originals. Über eine freiwillige Quellenangabe zur Unterstützung dieser Webseite würde ich mich freuen.

Download JPG


6,3 MB, 3201 x 2028 px, (JPG-Datei, nur Bildseite)

Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Nutzungshinweis: Dieses Werk ist lizenziert unter der PUBLIC DOMAIN Lizenz. Das bedeutet, dass das Bild völlig frei von bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen ist. Sie können es kopieren, verändern, verbreiten und für ihre Zwecke nutzen, selbst für kommerzielle Zwecke, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.


Download TIFF


17,7 MB, 4066 x 3228 px, (TIFF-Datei, Bildseite und beschriebene Rückseite mit Feldpoststempel)

Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Nutzungshinweis: Dieses Werk ist lizenziert unter der PUBLIC DOMAIN Lizenz. Das bedeutet, dass das Bild völlig frei von bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen ist. Sie können es kopieren, verändern, verbreiten und für ihre Zwecke nutzen, selbst für kommerzielle Zwecke, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.