Digitalisierte Postkarten: 1914 - 1918
Zum Download des Dokuments scrollen sie bitte nach unten bis zum Download-Link.
„Gloria. Viktoria. 1916“
Patriotische zeitgenössische Bildmontage auf einer gedruckten Lithographie-Postkarte, welche die Sehnsucht nach der Heimat und Kampfgeist bedienen soll.
„Gloria. Viktoria.
Vier vorrückende, als deutsche Soldaten verkleidete Statisten, dazu der Liedtext:
Ja mit Herz und Hand fürs Vaterland!
Die Vöglein im Walde,
die sangen so wunderschön.
In der Heimat, in der Heimat,
da gibts ein Wiederseh'n!“
Zeitgenössische Originalaufnahme auf YouTube.
Erneut eine Feldpostkarte, welche ein „Fräulein“ in Unterschwarzach zum Ziel hatte. Vielleicht wurden die Karten deshalb so lange aufbewahrt, weil diese Nachrichten eine Ehe einleiteten, oder aber fiel der Absender dem Moloch Krieg zum Opfer, und sie dienten als jahrzehntelange Erinnerungen.
Postkarte
TITEL: „Gloria. Viktoria. 1916“URHEBER / HERAUSGEBER: R & K
ORT: Deutsches Reich
DATIERUNG: 20.11.1916
TECHNIK: Bildmontage
ZUSTAND:
Guter Zustand mit altersbedingten leichten Schäden, gelaufen
Historischer Hintergrund
Bei solchen patriotischen Feldpostkarten handelt es sich sehr häufig um eine fotografische Montage (oder eine künstlerische Überarbeitung, bei der fotografische Vorlagen für die Gesichter mit gemalten Hintergründen und Uniformen kombiniert wurden).Hier sind die typischen Merkmale:
Während die Landschaft, die Trommel und der Himmel offensichtlich gemalt oder lithografisch illustriert sind, wirken die Gesichter und Posen der Soldaten tatsächlich wie echte fotografische Porträts, die in die Szene hineinmontiert wurden.
Das Verfahren der Collage: Verlage nutzten für solche Massenprodukte im Ersten Weltkrieg gerne Aufnahmen von echten Soldaten (oder modellierten sie in Fotostudios ab) und pflanzten diese Köpfe dann in eine gezeichnete, pathetische Kriegskulisse ein. Das sollte den Karten einen emotionaleren, „lebensechteren“ Bezug geben, während drumherum die stilisierte Propaganda-Romantik (wie die Vöglein im Wald und der Spruch) aufgebaut wurde.
Im Kaiserreich hatten die Laientheatervereine, Gesangsvereine und Kriegervereine eine immense gesellschaftliche Bedeutung und prägten die visuelle Kultur enorm. Wenn Verlage oder Fotostudios für solche patriotischen Postkarten Motive arrangierten, griffen sie oft auf genau diese Ästhetik zurück – oder engagierten schlicht ortsansässige Vereinsmitglieder, die es gewohnt waren, für ein tableaux vivantes (ein lebendes Bild) auf der Bühne oder vor der Kamera in eine Rolle zu schlüpfen.
Das erklärt auch, warum die Posen so „inszeniert“ wirken: Es ist weniger die rohe Realität des Schützengrabens als vielmehr die dramatisierte, pathetische Bildsprache des zeitgenössischen Laienspiels und der Festkultur jener Zeit.
Das ist ein klassisches Beispiel für eine zeitgenössische Bildmontage auf einer gedruckten Litho-Postkarte!
Historische Expertise: KI Gemini

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.
Quelle: Eigenes Werk, erstellt durch scannen des Originals. Über eine freiwillige Quellenangabe zur Unterstützung dieser Webseite würde ich mich freuen.
Download JPG
Dokument in höherer Auflösung: JPG-Format
10,2 MB, 3308 x 2116 px, (JPG-Datei, nur Bildseite)
Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication
Nutzungshinweis: Dieses Werk ist lizenziert unter der PUBLIC DOMAIN Lizenz. Das bedeutet, dass das Bild völlig frei von bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen ist. Sie können es kopieren, verändern, verbreiten und für ihre Zwecke nutzen, selbst für kommerzielle Zwecke, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.
Download TIFF
Dokument in höherer Auflösung: TIFF-Format
18,6 MB, 3308 x 4220 px, (TIFF-Datei, Bildseite und beschriebene Rückseite, handgeschriebes „Feldpost“ und Zivilstempel)
Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication
Nutzungshinweis: Dieses Werk ist lizenziert unter der PUBLIC DOMAIN Lizenz. Das bedeutet, dass das Bild völlig frei von bekannten urheberrechtlichen Beschränkungen ist. Sie können es kopieren, verändern, verbreiten und für ihre Zwecke nutzen, selbst für kommerzielle Zwecke, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen.