Digitalisierte Postkarten: 1914 - 1918
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Gruß aus dem Elsaß. (1916)
Diese eigentlich völlig normale Postkarte mit der Darstellung von Trachten aus den Vogesen veranschaulicht durch den rückseitigen Prüfstempel die Zensur auch des zivilen Postverkehrs im Ersten Weltkrieg.
Postkarte
TITEL: Gruß aus dem Elsaß. (1916)URHEBER / HERAUSGEBER: Kunstverlag J. Reitz, Strassburg i. E., No. 5051
ORT: Elsaß, Deutsches Reich
DATIERUNG: 14.Januar 1916
TECHNIK: Kolorierte Fotografie auf Postkartenpapier
ZUSTAND: Altersgemäß gut, gelaufen
Historischer Hintergrund
Die zivile Post wurde im Ersten Weltkrieg flächendeckend und systematisch überwacht – und das gilt im Fall des Elsass in ganz besonderem Maße. Dass auf dieser zivilen Karte von 1916 ein Prüfstempel aus Straßburg zu finden ist, hat handfeste historische Gründe:
1. Das Elsass als militärisches Grenz- und Operationsterritorium
Seit Beginn des Krieges im August 1914 galt das Reichsland Elsaß-Lothringen als unmittelbares Grenz- und Frontgebiet. Die deutsche Militärführung begegnete der einheimischen elsaß-lothringischen Bevölkerung mit großem Misstrauen hinsichtlich ihrer Loyalität zum Deutschen Kaiserreich. Man befürchtete Spionage, das Verraten von Truppenbewegungen über die nahe Schweizer Grenze nach Frankreich sowie frankophile Stimmungen.
Aus diesem Grund verhängte das Armeeoberkommando für die Grenzregionen extrem strenge Bestimmungen.
2. Die Postüberwachungsstellen (PÜS)
Zur Kontrolle des Brief- und Postkartenverkehrs wurden im gesamten Deutschen Reich Postüberwachungsstellen (PÜS) bzw. Postprüfungsstellen eingerichtet – im Bereich des XV. Armee-Korps war Straßburg die zentrale Stelle im Unterelsass. Bei der Zivilsammler- und Postzensur gab es zwei Hauptgründe für den Stempel auf einer zivilen Karte:
Stichprobenartige & systematische Binnenzensur: Auch der rein inländische zivile Postverkehr innerhalb des Elsass sowie vom Elsass in das übrige Reichsgebiet wurde stichprobenartig geprüft.
Grenz- und Zonenzensur: Post, die in oder aus militärischen Sperrgebieten (wozu weite Teile des Elsass gehörten) gesendet wurde, unterlag Kontrollen, um Informationen über Truppenstärken, Festungsanlagen oder die wirtschaftliche Versorgungslage vor Ort zu filtern.
3. Wie funktionierte die Prüfung?
1. Die Postkarte wurde bei der normalen Post abgegeben.
2. Bevor sie weiterbefördert werden durfte, ging sie über den Tisch der Postprüfungsstelle Straßburg.
3. Ein Zensor las den Text. War der Inhalt unbedenklich (keine militärischen Angaben, keine Kritik an der Kriegslage oder Behörden), erhielt die Karte einen Kontroll- bzw. Prüfstempel (oft Kreis- oder Rahmenstempel mit Wortlauten wie „Geprüft Überwachungsstelle Straßburg“, „Postprüfstelle“ oder einfachen Prüfernummern).
4. Erst mit diesem Stempel wurde die Karte für die weitere postalische Zustellung freigegeben.
Historische Expertise: KI Gemini

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